Google-Unternehmensprofil: Einzugsgebiet für Handwerker
Fährst du zu deinen Kunden und empfängst an deiner Geschäftsadresse niemanden, blendest du die Adresse im Google-Unternehmensprofil aus und gibst dein tatsächliches Einzugsgebiet an. Mit einem geeigneten Schauraum und Arbeiten beim Kunden sind beide Angaben möglich. Die Ortsliste garantiert keine Platzierung in Google Maps.
Das Wichtigste in Kürze
- Empfängst du an deiner Geschäftsadresse keine Kunden, soll sie im Google-Unternehmensprofil nicht öffentlich angezeigt werden.
- Trage Orte ein, in denen dein Betrieb tatsächlich arbeitet. Google erlaubt bis zu 20 Einzugsgebiete; du musst diese Zahl nicht ausschöpfen.
- Ein eingetragener Ort garantiert keine Platzierung in der dortigen Suche. Für lokale Ergebnisse berücksichtigt Google weitere Faktoren.
In diesem Artikel
Empfängst du Kunden am Geschäftsstandort?
Diese Frage entscheidet, wie du deinen Handwerksbetrieb im Google-Unternehmensprofil darstellst. Ein Büro, in dem du Angebote schreibst, ist noch kein Ort für Kundenbesuche.
| So arbeitet dein Betrieb | Passende Darstellung im Profil |
|---|---|
| Dein Team fährt zu Kunden; im Büro oder zu Hause gibt es keinen Kundenempfang | Einzugsgebiet angeben, Adresse öffentlich ausblenden |
| Kunden besuchen den Schauraum; zusätzlich arbeitet ihr bei Kunden | Adresse und Einzugsgebiet, wenn der Standort die Google-Voraussetzungen erfüllt |
| Kunden kommen ausschließlich in eure Werkstatt; ihr bietet keine Vor-Ort-Leistungen an | Adresse des geeigneten Standorts, kein Einzugsgebiet |
Wenn dein Team ausschließlich zu Kunden fährt, nutzt du das Einzugsgebiet. Die Geschäftsadresse soll dann im öffentlichen Profil ausgeblendet sein. Google bezeichnet dieses Modell als Unternehmen ohne festen Standort in einem Einzugsgebiet. Gemeint ist der fehlende Kundenempfang, nicht ein Betrieb ohne reale Anschrift.
Habt ihr dagegen einen tatsächlichen Schauraum mit Kundenempfang und arbeitet zusätzlich auf Baustellen, kann ein Hybridunternehmen vorliegen. Dann sind Adresse und Einzugsgebiet möglich. Für die angezeigte Adresse verlangt Google unter anderem eine feste Beschilderung; während der angegebenen Geschäftszeiten muss dort Personal Kunden empfangen können. Die Einzelheiten stehen in den Google-Richtlinien für Unternehmensadressen.
Eine angemietete Briefkastenadresse wird dadurch nicht zu einer Niederlassung. Wenn du unsicher bist, ob euer Standort die Voraussetzungen erfüllt, lass die tatsächliche Situation vor einer Änderung prüfen.
Wie blendest du die Adresse im Google-Profil aus?
Für einen Betrieb ohne Kundenempfang beschreibt die Google-Hilfe zur Unternehmensadresse diesen Weg:
- Öffne dein Unternehmensprofil mit dem Konto, das es verwaltet, und wähle Profil bearbeiten → Standort.
- Bearbeite Unternehmensstandort und schalte Unternehmensadresse für Kunden einblenden aus.
- Speichere und kontrolliere anschließend dein Einzugsgebiet sowie die öffentliche Ansicht in Suche und Maps.
Eine echte Unternehmensadresse bleibt für die Bestätigung gegenüber Google erforderlich. Ausblenden bedeutet also nicht, einen erfundenen Standort einzutragen. Es entfernt die Anschrift auch nicht von anderen Websites. Lösche dafür nicht das gesamte Profil.
Ein Beispiel aus der Badsanierung
Stell dir einen Betrieb vor, der sein Büro in Mödling hat und Bäder in Mödling sowie im Süden Wiens saniert. Beratung und Aufmaß finden bei den Kunden statt. Im Büro gibt es keinen Kundenempfang.
Dieser fiktive Betrieb würde seine Büroanschrift im Profil nicht öffentlich anzeigen und die tatsächlich bedienten Gebiete angeben. Wien gehört nur dann dazu, wenn das Team dort auch Aufträge annimmt und ausführt. Dass größere Projekte gelegentlich weiter weg stattfinden, sollte bei der Auswahl und Beschreibung des Gebiets berücksichtigt werden.
Eröffnet derselbe Betrieb später einen Schauraum mit festem Kundenempfang, muss die Darstellung neu geprüft werden. Das ist eine Änderung des Betriebsmodells. Allein der Wunsch nach mehr Anfragen aus Wien rechtfertigt keinen zusätzlichen Wiener Standort.
Für die Abstimmung mit deiner Agentur reichen zunächst eure tatsächlichen Einsatzorte und die Information, ob Kunden euch besuchen können. Die Agentur kann daraus passende Profilangaben ableiten und die Einstellungen prüfen.
So legst du ein realistisches Einzugsgebiet fest
Google lässt Städte, Postleitzahlen und weitere unterstützte Regionen zu. Einen frei gezeichneten Kilometerkreis kannst du nicht als Einzugsgebiet hinterlegen. Die Auswahl sollte möglichst genau zeigen, wo dein Betrieb seine Leistungen anbietet.
Geh dafür von euren tatsächlich angenommenen Aufträgen aus: Wo übernehmt ihr die angebotenen Arbeiten, und wo würdet ihr eine Anfrage wegen der Anfahrt ablehnen? Wenn kleine Reparaturen und größere Sanierungen unterschiedliche Einsatzgebiete haben, erkläre diese Einschränkung zusätzlich auf der Website. Die Ortsliste allein vermittelt solche Unterschiede nicht.
Dabei gelten laut Google-Hilfe zum Einzugsgebiet folgende Vorgaben:
- Du kannst höchstens 20 Einzugsgebiete auswählen. Weniger sind ausreichend, wenn sie deine Tätigkeit passend beschreiben.
- Die Grenze des gesamten Gebiets sollte nicht weiter als ungefähr zwei Autostunden vom Standort entfernt sein. Google nennt in seinen Unternehmensrichtlinien auch Fälle, in denen größere Gebiete angemessen sein können. Daraus lässt sich keine starre Kilometergrenze für jeden Betrieb ableiten.
- Ohne Kundenempfang an der Geschäftsadresse wird das Einzugsgebiet angezeigt, die Adresse dagegen ausgeblendet. Bei einem passenden Hybridbetrieb können beide Angaben erscheinen.
Wenn du das Profil selbst verwaltest, führt der aktuelle Weg über Profil bearbeiten → Standort → Einzugsgebiet bearbeiten. Wähle die passenden Vorschläge aus, entferne nicht mehr bediente Orte und speichere die Änderung. Betreut eine Agentur dein Profil, kann sie diesen Schritt für dich übernehmen.
Prüfe danach die öffentliche Ansicht. Google weist darauf hin, dass genehmigte Änderungen bis zu 48 Stunden brauchen können, bis sie im Profil erscheinen. Diese Angabe beginnt nach der Genehmigung; sie ist keine Zusage, dass jede eingereichte Änderung innerhalb von zwei Tagen genehmigt wird.
Wirst du in jedem eingetragenen Ort gefunden?
Das Einzugsgebiet sagt Kunden, wo du arbeitest. Daraus lässt sich keine bestimmte Platzierung für die eingetragenen Städte ableiten.
Google nennt als wesentliche Faktoren für lokale Suchergebnisse die Relevanz des Betriebs für die Suche, die Entfernung und die Bekanntheit beziehungsweise Beliebtheit. Vollständige und korrekte Angaben helfen Google, dein Angebot einzuordnen. Ein zusätzlich angeklickter Ort ersetzt diese Voraussetzungen nicht.
Wenn du in einer Gegend kaum gefunden wirst, sollte die Prüfung deshalb über die Ortsliste hinausgehen. Passen die Unternehmenskategorie und die beschriebenen Leistungen? Ist das Profil bestätigt und aktuell? Erklärt die verlinkte Website die gesuchte Leistung verständlich? Die betreuende Person sollte anhand konkreter Suchanfragen prüfen, wo die Lücke liegt.
Für deine Auftragsplanung zählen Anfragen zu Leistungen und Orten, die dein Betrieb bedienen kann. Viele Profilaufrufe aus einem unpassenden Gebiet helfen dabei wenig.
Notiere bei eingehenden Anfragen Leistung und Einsatzort sowie, ob daraus ein passender Auftrag werden könnte. So lässt sich erkennen, ob du das Gebiet verständlicher beschreiben musst oder eher die Sichtbarkeit prüfen solltest. Wie du solche Ergebnisse einordnest, erklärt der Ratgeber zum Messen des SEO-Erfolgs.
Profil und Website sollten dieselbe Tätigkeit beschreiben
Vergleiche das Profil mit deiner Leistungsseite: Werden dieselben Leistungen angeboten? Stimmen Telefonnummer und Website-Link? Wird auf der Website verständlich, welche Orte dein Team bedient und wie Kunden Kontakt aufnehmen?
Im Beispiel aus Mödling könnte die Leistungsseite erklären, dass Beratung und Aufmaß beim Kunden stattfinden und welche Gebiete angefahren werden. Ein tatsächlich ausgeführtes Projekt aus der Region kann das Angebot anschaulich machen, sofern es mit den nötigen Freigaben gezeigt wird. Dafür muss der Betrieb keine Niederlassung am Projektort behaupten.
Ein eingetragenes Einzugsgebiet erfordert auch keine eigene Website-Seite für jeden Ort. Wann eine zusätzliche Seite sinnvoll ist, zeigt der Ratgeber zu lokalen Landingpages.
Was gibst du deiner Agentur zur Prüfung mit?
Wenn du diese Angaben nicht selbst pflegen möchtest, kann die Agentur Profil und Website gemeinsam prüfen. Dafür braucht sie vor allem:
- den Link zum vorhandenen Profil und zur Website;
- die Information, ob und wann Kunden euch am Standort besuchen können;
- eure tatsächlich bedienten Orte, Leistungen und Einschränkungen bei der Anfahrt;
- Beispiele für passende und unpassende Anfragen, ohne unnötige Kundendaten.
Du bestätigst die betrieblichen Fakten. Die Agentur dokumentiert die vorgeschlagenen Änderungen und prüft nach der Freigabe die öffentliche Darstellung. Eine fertige Keyword-Liste oder eine technische Analyse musst du zum ersten Gespräch nicht mitbringen.
Bei BrandHoop kannst du besprechen, wie dein Betrieb mit SEO für seine Leistungen besser auffindbar werden kann. Deine aktuelle Website, das vorhandene Profil und euer tatsächliches Einsatzgebiet reichen, um die nächsten sinnvollen Schritte einzugrenzen.
Fazit
Richte Adresse und Einzugsgebiet danach aus, wie dein Betrieb tatsächlich arbeitet. Kläre zuerst den Kundenempfang, dann die bedienten Orte. Wenn trotz korrekter Angaben passende Anfragen fehlen, lohnt eine Prüfung von Profil und Website im Zusammenhang.