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Website8 Min. Lesezeit

Website oder Social Media: Was hat für deinen Betrieb Vorrang?

Fehlen verlässliche Angaben zu Leistungen, Einsatzgebiet und Kontakt, hat eine kompakte Website Vorrang. Bringt Instagram oder Facebook bereits passende Anfragen, führe den Kanal weiter und ergänze gezielt fehlende Informationen. Für die lokale Google-Suche gehört auch dein Unternehmensprofil zur Entscheidung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Entscheide anhand der nächsten fehlenden Information oder Kontaktmöglichkeit. Du musst nicht gleichzeitig eine große Website und mehrere Social-Kanäle aufbauen.
  • Website, Social Media und Google-Profil haben unterschiedliche Aufgaben. Halte Leistungen, Einsatzgebiet und Kontakt aktuell. Ohne Kundenempfang bleibt deine Adresse im Google-Profil ausgeblendet.
  • Berücksichtige bei beiden Wegen den laufenden Aufwand. Beiträge, Nachrichten, Website-Inhalte und Technik brauchen klare Zuständigkeiten.
  • Vergleiche passende Anfragen und daraus entstandene Aufträge. Viele Aufrufe oder Follower allein beantworten die Geschäftsfrage noch nicht.
In diesem Artikel

Website oder Social Media: Womit solltest du anfangen?

Beginne dort, wo Kunden heute nicht weiterkommen: Fehlen Leistungsbeschreibung, Einsatzgebiet und ein verlässlicher Kontaktweg, baue zuerst die Website auf. Entstehen über Social Media schon geeignete Aufträge, pflege diesen Kanal weiter. Prüfe fehlende Informationen und deine Betreuungskapazität, bevor du einen weiteren Kanal eröffnest.

Schau auf die Situation deines Betriebs. Ein neu gegründeter Dachdecker ohne brauchbare Kontaktdaten im Netz hat eine andere Aufgabe als ein Badsanierer, der über Instagram schon regelmäßig geeignete Projekte angefragt bekommt.

Deine Ausgangslage Was zunächst Vorrang haben kann
Interessenten kennen dich durch Empfehlungen, finden aber kaum Informationen über deinen Betrieb Kompakte Website mit den nötigen Angaben zur Leistung und Zusammenarbeit
Du möchtest bei passenden Suchen in deinem Einsatzgebiet gefunden werden Website-Inhalte und Google-Unternehmensprofil gemeinsam prüfen; ein Social-Profil allein deckt diese Aufgabe nicht ab
Ein sozialer Kanal bringt bereits passende Anfragen, die dein Team bearbeitet Funktionierenden Kanal weiterführen und wiederkehrende Informationslücken schließen
Du hast eine Website, postest viel, aber die Kontakte passen nicht zu deinen Leistungen Herkunft und Anliegen der Kontakte prüfen, bevor weitere Seiten oder Kanäle hinzukommen

Deine Agentur sollte untersuchen, wie Kunden suchen, welche Informationen bereits verfügbar sind und wo eine Verbesserung am meisten hilft. Die Followerzahl oder das Alter der Website allein reichen für diese Entscheidung nicht aus.

Welche Aufgabe übernimmt welcher Kanal?

Auf deiner Website kannst du Informationen zu Leistungen, Einsatzgebiet und Ablauf zusammenhängend ordnen. Wer über eine Empfehlung oder eine Suche kommt, kann gezielt nachlesen, ob dein Betrieb zum Vorhaben passt. Du legst fest, welche Inhalte zusammengehören und wo der Kontakt möglich ist.

Soziale Netzwerke erleichtern den Austausch im jeweiligen Netzwerk. Ein Projektbild kann Aufmerksamkeit wecken, jemand kann eine Frage stellen oder den Beitrag an eine andere Person weitergeben. Daraus können auch direkte Anfragen entstehen. Ein Interessent muss nicht zwingend erst über deine Website gehen, wenn ihr sein Anliegen schon im Gespräch klären könnt.

Beide Wege brauchen passende Informationen und erreichbare Ansprechpartner. Veraltete Leistungen auf der Website können zu falschen Anfragen führen; unbeantwortete Nachrichten lassen Interessenten warten. Eine Veröffentlichung allein sorgt auch nicht automatisch für neue Besucher. Google weist in seinem SEO-Startleitfaden darauf hin, dass selbst die Aufnahme in den Index nicht garantiert ist.

Welche Rolle spielt dein Google-Unternehmensprofil?

Für einen Handwerksbetrieb mit Kunden vor Ort gehört das Google-Unternehmensprofil in den Vergleich. Es kann deinen Betrieb mit Kontaktdaten, Öffnungszeiten und Rezensionen in Google Suche und Maps zeigen. Die Website erklärt Leistungen und Projekte ausführlicher; Social Media ermöglicht laufende Einblicke und Gespräche.

Nach den Google-Richtlinien kommen Unternehmen infrage, die Kunden an einem eigenen Standort empfangen oder am Kundenstandort arbeiten. Fährst du ausschließlich zu Kunden und empfängst sie nicht an deiner Geschäftsadresse, soll diese Adresse im öffentlichen Profil ausgeblendet sein. Profil und Website sollten dieselben Leistungen, Telefonnummern und tatsächlichen Einsatzgebiete nennen. Unser Ratgeber erklärt Adresse und Einzugsgebiet für Handwerker.

Ein Profil ersetzt die Website nicht vollständig, kann aber bereits direkte Anrufe ermöglichen. Umgekehrt verschafft dir eine neue Website keinen sicheren Platz in Maps. Google nennt für lokale Suchergebnisse vor allem Relevanz, Entfernung und Bekanntheit beziehungsweise Beliebtheit.

Beispiel: Ein Badprojekt zeigen und Fragen beantworten

Angenommen, ein fiktiver Badsanierungsbetrieb möchte ein abgeschlossenes Projekt zeigen. Die verwendeten Fotos und die Veröffentlichung sind mit den Beteiligten geklärt. Ein kurzer Beitrag im sozialen Netzwerk kann einen Ausschnitt der Arbeit zeigen und erklären, welche Aufgabe der Betrieb übernommen hat.

Interessenten möchten danach vielleicht mehr wissen: Wurde nur gefliest oder das ganze Bad umgebaut? Welche Arbeiten hat der Betrieb selbst ausgeführt? In welchem Gebiet übernimmt er ähnliche Aufträge? Wie beginnt die Planung?

Auf einer passenden Projekt- oder Leistungsseite lassen sich diese Antworten bündeln. Vom Beitrag oder Profil kann ein Link dorthin führen. Es muss nicht immer die Startseite sein. Wer sich für das gezeigte Bad interessiert, sollte die dazugehörigen Informationen schnell finden.

Kommt die Anfrage stattdessen als direkte Nachricht, kann der Betrieb dort antworten und bei Bedarf ergänzende Informationen verlinken. Entscheidend ist, dass die Anfrage bearbeitet wird. Ein zusätzlicher Formularschritt ist nicht automatisch hilfreich.

Ein neues Projekt muss auch nicht für jeden Kanal komplett neu aufbereitet werden. Dieselben freigegebenen Bilder können einen kurzen Beitrag und eine ausführlichere Projektbeschreibung unterstützen. Inhalt und Länge richten sich danach, welche Frage an der jeweiligen Stelle beantwortet werden soll.

Wie viel Arbeit fällt laufend an?

Bei Social Media gehören neben dem Veröffentlichen auch die Auswahl geeigneter Bilder, das Schreiben und die Bearbeitung von Rückfragen dazu. Werbung oder externe Betreuung können zusätzliche Kosten verursachen. Ein Profil ohne Grundgebühr bedeutet deshalb nicht, dass die Kundengewinnung ohne Aufwand auskommt.

Bei der Website entstehen Arbeit und Kosten für Aufbau und Betrieb. Inhalte müssen stimmen, Kontaktwege funktionieren und die eingesetzte Technik betreut werden. Wie viel laufende Wartung nötig ist, hängt vom System ab. Eine einfache statische Website hat andere technische Aufgaben als eine umfangreiche Installation mit vielen Erweiterungen.

Vereinbare deshalb konkrete Zuständigkeiten: Wer liefert und prüft Projektinformationen? Wer darf sie veröffentlichen? Wer antwortet auf eine Anfrage, und wer übernimmt Änderungen an der Website? Wenn das Team schon ausgelastet ist, kann ein gepflegter Kanal hilfreicher sein als mehrere zusätzliche Profile.

Du musst die gesamte Umsetzung nicht selbst übernehmen. Texte, Seitenaufbau und technische Betreuung können beauftragt werden. Von dir braucht es die betrieblichen Fakten und eine Ansprechperson für Rückfragen. Für den Vergleich von Angeboten hilft der Ratgeber zu Website-Kosten für Handwerker.

Welche Kontrolle hast du über deinen Auftritt?

Bei einem sozialen Netzwerk gibt der Anbieter Funktionen und Regeln vor. Auch die Verteilung von Beiträgen liegt nur teilweise in deiner Hand. Wenn ein Kanal für deine Anfragen wichtig ist, sollte der Betrieb seine Zugänge verwalten können und wissen, wer dafür zuständig ist. Sichere die Konten mit Zwei-Faktor-Authentifizierung ab und vereinbare, wie Zugriffe bei einem Wechsel der Betreuung übergeben oder entzogen werden.

Eine eigene Website gibt dir mehr Spielraum bei Inhalt und Aufbau. Auch dort gibt es Abhängigkeiten, etwa von Hosting, eingesetzter Software und laufender Verwaltung. Kläre daher, auf wen die Domain registriert ist und wie der Betrieb bei einem Wechsel auf Website und Inhalte zugreifen kann. Für .at-Domains beschreibt nic.at in seinen Registrierungsrichtlinien den eingetragenen Domain-Inhaber als Vertragspartner mit den Rechten und Pflichten an der Domain. Eine Agentur kann die Verwaltung übernehmen, ohne selbst Inhaber sein zu müssen.

Hebt freigegebene Originalbilder und Texte außerdem so auf, dass der Betrieb sie wiederfindet. Ein Social-Profil sollte nicht das einzige Archiv eurer Projektunterlagen sein. Die technische Betreuung und Sicherung der Website lässt sich ebenfalls im Auftrag regeln.

So kommst du mit begrenztem Aufwand ins Handeln

  1. Prüfe den Weg vom Kunden zum Betrieb. Öffne deine Website und Profile am Handy, möglichst auch ohne Anmeldung. Findest du Leistung, Einsatzgebiet und Kontakt? Teste Formular und Telefonnummer.
  2. Schließe die größte Informationslücke. Fehlt eine brauchbare Website, beginne mit Leistungen, Gebiet, Betrieb, freigegebenen Projektbeispielen und Kontakt. Den Umfang kannst du anhand der Inhalte einer Handwerker-Website planen. Ein Blog ist dafür keine Voraussetzung.
  3. Gleiche dein Google-Profil ab. Prüfe, ob der Betrieb dafür infrage kommt, das Profil bestätigt ist und die Angaben zur Website passen. Kläre Kundenempfang und Einzugsgebiet.
  4. Nutze einen betreubaren Social-Kanal. Wähle nach bisherigen passenden Kontakten und verfügbarer Zeit. Ein freigegebenes Projekt kann Material für Beitrag und Website liefern. Lege fest, wer Nachrichten beantwortet und wann der Kanal kontrolliert wird.
  5. Vereinbare die Auswertung. Haltet vor einer Änderung fest, welche Lücke sie schließen soll, wer sie umsetzt und wann ihr geeignete Anfragen und den Aufwand gemeinsam prüft.

Auch bei einem reinen Social-Media-Auftritt gehören die Pflichtangaben zum Betrieb dazu. Die WKO weist bei den Informationspflichten nach der Gewerbeordnung ausdrücklich darauf hin, dass Social Media keine Ausnahme ist. Welche Angaben du brauchst, hängt unter anderem von Rechtsform und Firmenbucheintrag ab.

Woran erkennst du, was sich lohnt?

Schau gemeinsam mit der betreuenden Agentur auf die passenden Kontakte: Welche Leistungen wurden angefragt, aus welchem Gebiet kamen die Interessenten und was wurde daraus? Beziehe den Aufwand für Inhalte, Betreuung und gegebenenfalls Werbung ein. Ein Kanal mit wenigen geeigneten Anfragen kann für deinen Betrieb wertvoller sein als ein reichweitenstarker Beitrag ohne passende Projekte.

Eine einfache Anfrageliste reicht für den Anfang. Notiere Datum, ersten Kontaktweg, weitere vom Kunden genannte Kontakte, angefragte Leistung und Projektort sowie das Ergebnis. Definiere vorher, wann eine Anfrage als passend zählt: Leistung und Ort liegen in deinem Angebot und das Vorhaben lässt sich mit deiner Kapazität bearbeiten. Ein Klick auf die Telefonnummer ist noch kein geführtes Gespräch.

Für denselben Auswertungszeitraum kannst du rechnen: Laufende Kosten je passender Anfrage = (laufende externe Kosten + bewertete eigene Arbeitszeit) / passende Anfragen. Vergleiche einmalige Aufbaukosten separat und stelle für beide Wege denselben Zeitraum gegenüber. Bei null passenden Anfragen ist kein endlicher Betrag berechenbar. Aufträge und ihr wirtschaftlicher Beitrag bleiben eine zusätzliche Prüfung, denn auch eine passende Anfrage wird nicht immer zum Auftrag.

Die Herkunft lässt sich nicht immer eindeutig zuordnen. Jemand kann ein Projekt auf Instagram sehen, später nach deinem Betriebsnamen suchen und schließlich anrufen. Vermeide deshalb, denselben Auftrag mehreren Kanälen jeweils vollständig als eigenen Erfolg zuzuschreiben. Bei neuen Kanälen fehlen zunächst oft eigene Vergleichsdaten. Haltet fest, welche Annahmen ihr prüft und wann ihr die Entwicklung gemeinsam anschaut; unbekannte Ergebnisse sollten in der Auswertung auch als unbekannt stehen.

Wie du Suchsichtbarkeit und Geschäftsergebnis auseinanderhältst, erklärt der Ratgeber zum Messen des SEO-Erfolgs. Wenn die Website deine nächste Lücke ist, kannst du bei BrandHoop die Website und ihre nächsten Verbesserungen besprechen. Zeig uns deinen bisherigen Auftritt und beschreibe, welche Aufträge du erreichen möchtest.

Fazit

Prüfe zuerst, wie Kunden heute zu dir kommen und wo ihnen Informationen fehlen. Für einen Betrieb, der über die Suche gefunden und vor einer Anfrage geprüft werden möchte, lohnt sich eine verlässliche Website als nächster Schritt. Einen funktionierenden Social-Kanal kannst du damit verbinden.

Noch offen?

Häufige Fragen

Kann eine Facebook-Seite meine Website ersetzen?

Für einen ersten Auftritt kann sie reichen, wenn Kunden die nötigen Informationen finden und du Anfragen zuverlässig beantwortest. Werden Leistungen und Projektbeispiele unübersichtlich oder fehlen Informationen ohne Anmeldung, ergänzt eine eigene Website den Kanal. Ein funktionierender Facebook-Kanal muss dafür nicht aufgegeben werden.

Muss mein Handwerksbetrieb auf Instagram sein?

Nein. Entscheidend ist, ob du dort die passenden Menschen erreichst und den Kanal betreuen kannst. Projekte und Einblicke in die Arbeit können interessant sein. Wenn aber niemand Inhalte pflegt oder Nachrichten beantwortet, ist ein zusätzlicher Account kein sinnvoller erster Schritt.

Brauche ich sofort einen Blog auf meiner Website?

Nein. Verständliche Leistungen, Einsatzgebiet, Angaben zum Betrieb und ein funktionierender Kontaktweg haben zunächst Vorrang. Ein Ratgeber oder Blog ist sinnvoll, wenn er konkrete Fragen deiner Kunden beantwortet und gepflegt werden kann. Eine feste Zahl an Artikeln ist dafür kein Maßstab.